Erfolgreiches Lernen und Lehren in mit virtuellen Lernumgebungen basiert auf Medienkompetenz. Ohne ausreichende Kompetenz im Umgang mit neuen Technologien ist die Wahrscheinlichkeit, das volle Potential virtueller Lernumgebungen ausreizen zu können, gering.
Medienkompetenz nach Ehrke:
Nach Ehrke kann Medienkompetenz in die Dimensionen Selbstbestimmungs-, Orientierungs-, Selektions-, Entscheidungs-, Lern-, Gestaltungs- und strategische Nutzerkompetenz unterteilt werden. Lerner und Lehrer müssen demnach wissen, was sie mit und durch neue Medien erreichen wollen, wie sie das wichtige und richtige im Umgang mit neuen Medien herausfinden und sie Soft- und Hardware einrichten und anwenden. Ferner müssen sie in der Lage sein, die Vor- und Nachteile bestimmter Medientypen ein- und abzuschätzen. Sie sollten neue Entwicklungen lernfähig und lernwillig beobachten. Im Idealfall sind Lehrer und Lerner darüber hinaus in der Lage, die multimedialen Gestaltungsmöglichkeiten kreativ einzusetzen. Medienkompetenz umfasst damit spezifische medienbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten, aber auch allgemeine Arbeitstechniken und Methoden, selbstständiges Arbeiten, Einstellungen sowie Werthaltungen, die ein sachgerechtes, selbstbestimmtes, kreatives und sozial verantwortliches Handeln in einer von Medien geprägten Welt ermöglichen.
Medienkompetenz nach Aufenanger:
Für Aufenanger beinhaltet der Oberbegriff eine kognitive, moralische, soziale, affektive, ästethische und eine Handlungsdimension. Das Verständnis der in den Medien verwendeten Symbole und Kodierungen und ihre Entschlüsselung ist eine Voraussetzung, Medien und ihre Inhalte analytisch zu betrachten und daraus Wissen zu generieren. Lehrer und Lerner müssen Medien unter ethischen Aspekten betrachten, um sowohl die soziale Verträglichkeit als auch die Auswirkungen der Inhalte auf Kommunikation, Interaktion sowie Persönlichkeit bewerten zu können. Die soziale Dimension der Medienkompetenz fasst die Annahmen der kognitiven und moralischen Dimension zusammen. Sie geht davon aus, dass erst eine tiefgehende kognitive Verarbeitung des in der virtuellen Lernumgebung erworbenen Wissens einen Transfer in Arbeits- und Lebenszusammenhänge ermöglicht. Die affektive Dimension hat über emotionale Anreize Einfluss auf den Unterhaltungswert der Lernumgebung. Mit der affektiven Dimension kontrolliert umzugehen, ist eine Voraussetzung für gezieltes und bewusstes Lernen im Netz und mit Multimedia, um zum Lernprodukt Wissen zu gelangen. Die ästhetische Dimension der Medienkompetenz wirkt mit der Ausdrucks- und den Informationsmöglichkeiten der Medien auf die Interaktionsfähigkeit der Lerner und damit auf die Wissensgenerierung. Die Handlungsdimension schließlich beschreibt die Fähigkeit, in einem interaktiven Prozess Wissen nicht nur zu konsumieren, sondern es selbst mit erworbenem Wissen aktiv weiterzuentwickeln.
Medienkompetenz nach Baake:
Medienkompetenz wird bei Baake in die vier Dimensionen Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung unterteilt. Medienkritik beschreibt die Fähigkeit, die durch die Medien übermittelten Inhalte differenziert zu analysieren und die gewonnenen Erkenntnisse ethisch hinterfragt in das eigene Handeln einfließen zu lassen. Medienkunde umfasst das Wissen über die Funktionsweise der Medien im klassischen Sinn und instrumentell-qualifikatorische Fähigkeiten wie die Gerätebedienung. Mediennutzung unterteilt Medienkompetenz in eine rezeptive und in eine interaktive Dimension. Die rezeptive Nutzung umfasst alle praktischen Anwendungen, während die interaktive Nutzung die Fähigkeit beschreibt, mit Hilfe der neuen Medien kommunizieren zu können. Mediengestaltung schließlich umfasst die Fähigkeit, sowohl innovativ – in Form von Modifikationen oder Weiterentwicklungen – als auch kreativ – in Form von ästethischen Varianten – mit neuen Medien umzugehen.